Ulrich Recker Es begann damit, dass ich in den 60er Jahren die Wandergitarre  meiner Schwester auslieh, um auszuprobieren, ob das vielleicht  etwas für mich wäre. Es war offensichtlich genau das richtige und so  habe ich mir dann im Laufe der Jahre all’ das selbst beigebracht,  was mir meine Lieblingsmusiker, von den Rolling Stones über J.J.  Cale bis hin zu Eric Clapton, via Schallplatte vorspielten. Nun ist das  Spektrum der Musik, die ich gerne höre, zwar weitaus größer, aber  insbesondere seitdem ich gemeinsam mit anderen Musik mache  und die akustische Gitarre zum Hauptwerkzeug geworden ist,  kristallisieren sich bei den selbst gespielten Stücken immer mehr die  folk- und bluesbasierten Songs heraus. Spätestens nach dem ich  Marty kennenlernte, das war so ca. 2003 im GAM-Chor aus  Halle/Westfalen, beschäftige ich mich auch intensiver mit der  Bluesmusik – das ist das Salz in der Suppe. Durch die regelmäßig  stattfindenden Monday-Night-Sessions habe ich jetzt auch wieder  mehr die Gelegenheit, mein Gitarrenspiel weiter zu verbessern,  denn man lernt nie aus und außerdem macht es mir großen Spaß Musik zu machen.  Das ist für mich der notwendige Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit.  Es ist schon bemerkenswert, dass man erst 52 Jahre alt werden  musste, um das, wovon man schon als Jugendlicher geträumt hat,  Wirklichkeit werden zu lassen: Ein Live-Auftritt mit Freunden! Das  war der erste Auftritt der Monday Night All Stars bei Wiete in  Theenhausen im Sommer 2009. Meine  Live-Erfahrungen bis dahin  beschränkten sich auf gemeinsame Auftritte mit dem Gospelchor  GAM, dem ich seit 2001 angehöre. Dort lernte ich auch mehr und  mehr meine Stimme als „Instrument“ zu nutzen. Außerdem traf ich  dort auf Gerd und Marty, die die gleiche Musik lieben wie ich. Von  Anfang an haben wir uns regelmäßig  getroffen, um gemeinsam unserer  Leidenschaft zu frönen – da das  meistens montags klappte, entstand der  Name „Monday-Night-All-Stars“. Später  stieß dann auch Friedrich dazu, der mit  dem gleichen Musikgeschmack jetzt am  Bass das richtige Fundament liefert.  Ich muss noch mein Faible für den Rhythmus erwähnen.  Nervte ich als Kind noch meine Mutter (inzwischen meine  Frau) indem ich jedes Stück im Radio klopfenderweise auf  dem Küchentisch begleitete, liefere ich inzwischen bei  GAM oftmals als Djembe- oder Cajonspieler das  rhythmische Fundament zu vielen Stücken. So bleibt es  nicht aus, dass ich mich auch bei den Monday-Night-All-Stars gelegentlich  percussionistisch einbringe, und wenn es nur 2 schwarze Eier sind,  die zu Shakern umfunktioniert wurden ;-))  Vor kurzem habe ich mir noch eine Mandoline ersteigert und von  einem Bekannten eine Resonatorgitarre gekauft. Damit will ich ein  wenig Abwechslung in unser Repertoire bringen und außerdem  reizt es mich, neue Instrumente auszuprobieren. Ehrlich gesagt ist  es auch eine kleine Herausforderung, da ja eine Mandoline ganz  anders als eine Gitarre gestimmt ist, oder auf der Dobro im Open-  Tuning Slide zu spielen – aber wenn’s dann erstmal klappt, ist es  ein echt guter Sound.  Oberstes Gebot für mich bleibt die Freude und der Spaß  an und mit der Musik. Es darf nicht in Stress ausarten,  dann klingt die Musik auch entsprechend frisch, locker und  authentisch und ich hoffe, wir können noch oft unsere  Spielfreude öffentlich präsentieren – denn der Applaus ist  das Sahnehäubchen auf allem!